Ton ab!“ – „Kamera läuft!“ – „Und: Action!“
Im Zuge der Projekttage in der letzten Schulwoche reiste die 4B zusammen mit ihrer Englischlehrerin Frau Prof. Schumann und mir (KV Mag. Carmen Reitinger) für zwei Tage in die bayerische Landeshauptstadt. Von Sonntag, 29. Juni, bis Dienstag, 1. Juli, verbrachten wir äußerst kurzweilige Tage bei traumhaftem Wetter im wunderschönen München.
Nach einer angenehmen Zugfahrt bezogen wir am späteren Nachmittag unser Hostel im Stadtteil Laim. Anschließend erkundeten wir die Gegend und statteten zunächst einmal der McDonalds-Filiale am Stachus einen Besuch ab. Gestärkt ging es weiter in Richtung Englischer Garten. Ziel hatten wir keines, wir flanierten einfach herum und ließen die Eindrücke auf uns wirken. Für eine längere Zeit hielten wir uns am Eisbach auf und schauten den Surfern begeistert zu. Nach einer abschließenden Kugel Eis fuhren wir zurück in unsere Unterkunft und verbrachten dort unseren Abend noch mit Spielen und gemütlichem Beisammensein.
Am Montag klingelte der Wecker bei uns allen sehr bald, da wir um 9:00 Uhr einen besonderen Termin hatten. Wir waren die ersten beim Frühstücksbuffet und konnten uns mit ofenfrischem Gebäck und Mini-Pancakes vom Fließband für den Tag stärken. Unsere Adresse, die wir anpeilten, lautete Bavariafilmplatz 7.
Als besonderen Abschluss nach vier Jahren Unterstufe hatten wir einen Filmworkshop gebucht – eine Erinnerung der besonderen Art. Die Klasse würde ihren eigenen Kurzfilm drehen!
Wir wurden herzlich empfangen und sogleich in einen Seminarraum geleitet. Auf dem Weg dorthin schnupperten wir bereits erste Filmluft: Es ging vorbei an kleinen Filmsets und spannenden Requisiten.
Da man natürlich nicht konzept- bzw. drehbuchlos drauflosfilmen kann, sollte die Klasse Vorarbeit leisten. Das Genre des Films ward schnell gefunden und stieß auf Einigkeit: Eine Krimikomödie sollte es werden. Auch der Plot kam wie ganz von selbst: Eher einfältige Bankräuber sollten mit arbeitsscheuen Polizist*innen einen gemeinsamen Coup drehen. Die Rollen wurden genauso rasch und gänzlich friedfertig verteilt. Natürlich durften die „Tonmänner“ auch nicht fehlen – Leonhard, Emil und Oskar halfen bei den Tonaufnahmen.
Als der Film im Kasten war, wurde er sogleich vom Profiteam geschnitten. In der Zwischenzeit konnten wir eine wohlverdiente Mittagspause einlegen. Diese verbrachten wir am Vorplatz des Bavariastudio-Shops. Umgeben von großen Produktionshallen, in denen unter anderem Shows wie „Joko und Klaas gegen ProSieben“ oder die Kochshow „The Taste“ gedreht werden, ließen wir es uns im Schatten der Bäume gutgehen.
Um die Zeit bis zur Premiere unseres eigenen Films zu überbrücken, bekamen wir eine eineinhalbstündige Führung über das Gelände. Neben interessanten Fakten zu Film und Fernsehen konnten wir die Filmsets bekannter Filme und Serien bestaunen. „Das Boot“, „Fack ju Göhte“, „Asterix und Obelix“, „Die Unendliche Geschichte“ sowie „Die Rosenheim-Cops“ standen auf dem Programm. An manchen Sets wurde es dann auch noch interaktiv und die Kinder waren angehalten, einmal mehr ihr schauspielerisches Können unter Beweis zu stellen. Wir hatten alle großen Spaß.
Erwartungsvoll wurden wir am Ende der Führung wieder in unseren anfänglichen Seminarraum geführt. Die Premiere von „Komplizen“ stand ins Haus. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen und alle Beteiligten erhielten den Film zur eigenen Vorführung zuhause. Dieser Workshop schweißte die Klasse noch ein bisschen stärker zusammen und wird sie durch die bewegten Bilder sicher auch im Erwachsenenalter an ihre gemeinsame Zeit im Brucknergymnasium erinnern.
Als Ausklang ließen wir uns am späteren und temperaturmäßig etwas angenehmeren Abend in einem gemütlichen Gastgarten italienische Köstlichkeiten servieren. Es war ein wunderschöner Tag.
Den letzten Tag gingen wir etwas langsamer an. Der Checkout um 10 Uhr kam uns gerade recht, um etwas länger liegenbleiben zu können.
Mit unserem Gepäck im Schlepptau begaben wir uns wieder in Richtung Stadtzentrum. Unser Ziel war das Deutsche Museum. Die Zeit, die wir dort verbrachten, stand den Kindern zur freien Verfügung. Alle konnten sich die Bereiche ansehen, die sie am meisten interessierten. Das Museum bietet für jeden etwas und besticht durch seine interaktiven Teile, bei denen man selbst tätig werden und Dinge ausprobieren kann. Vielen hatte es jedoch die äußerst imposante Sammlung von Flugzeugen angetan. Aber auch medizinische und landwirtschaftliche Themen standen bei den Kindern hoch im Kurs.
Nach einem etwa 2-stündigen Aufenthalt mussten wir aber auch schon wieder aufbrechen. Alle waren gut gelaunt, aber auch froh, dass unser Zug in Richtung Heimat sich bereits eine Dreiviertelstunde vor Abfahrt am Gleis befand. Rechtschaffen müde fuhren wir wieder nach Hause.
Die Projekttage in München waren ein würdiger Abschluss eines ereignisreichen Schuljahres und werden uns bestimmt noch lange in positiver Erinnerung bleiben – nicht zuletzt dadurch, dass ein Teil davon für die Ewigkeit auf Film gebannt wurde.
Bericht von Mag. Carmen Reitinger