Die Franzosen sind wieder da!
Nach wochenlanger Vorarbeit und Vorfreude war es am Montag, dem 23. März 2026 endlich so weit: 18 französische Schüler*innen und drei Begleitpersonen aus unserer Partnerschule, dem Lycée La Hotoie in Amiens (Nordfrankreich) kletterten - nach der 13-stündigen Nachtfahrt etwas übermüdet, aber dennoch gut gelaunt - aus dem Bus. Am Brucknergym wurden sie schon sehnsüchtig von den elf Mädchen der 6A-Klasse erwartet und in die Räumlichkeiten der TABE geleitet, wo wir unsere Workshop-Vormittage verbringen würden.
Nach einer kurzen Erfrischungs- und Frühstückspause stand die Schulführung auf dem Programm, die von den Österreicherinnen vorbereitet worden war. Der restliche Vormittag war Spielen und Aktivitäten zum Kennenlernen gewidmet, wobei das „Speak-Dating“, bei dem sich jeweils zwei Schüler*innen gegenübersaßen und sich zwei Minuten in zwei verschiedenen Sprachen unterhielten, besonders gut ankam. Das Eis war gebrochen. Auch schüchternere Schüler*innen lachten herzlich und fanden es gar nicht mehr so schwierig, in einer Fremdsprache zu kommunizieren. Am Nachmittag erkundeten die Schüler*innen in gemischten Kleingruppen das Welser Stadtzentrum, wo sie im Rahmen unserer beliebten Stadtrallye kreative Gruppenfotos an ausgewählten Orten machen mussten.
In den bereits angesprochenen Workshops am Vormittag sollten die Schüler*innen in Gruppenarbeit ausgewählte Texte zum Thema „Engagement“ dramatisieren und vorführen. Dabei wurden die einzelnen Teams immer wieder neu zusammengesetzt. Auf dem Programm standen bedeutende Reden von berühmten Frauen wie Emma Watson und Greta Thunberg sowie eine Kurzfassung des Theaterstücks Rhinocéros (Die Nashörner) von Eugène Ionesco. Während die Schüler*innen bei der Erarbeitung und Präsentation der Reden freie Hand hatten und auch die Sprachen, in denen sie ihre Collage präsentieren wollten, selbständig wählen durften, galt es beim Theaterstück, den französischen Text wie Schauspieler*innen exakt auswendig zu lernen – eine besondere Herausforderung, die unsere Mädchen - trainiert durch die Muttersprachler*innen, die zum Großteil die Theaterklasse besuchen - bravourös meisterten. Die kleine gruppeninterne Aufführung am Freitag wurde so zu einem gelungenen Abschluss.
Was wäre ein Erasmus+-Austausch ohne projektbegleitende Exkursionen? Am Dienstag erkundeten wir Salzburg, wo wir nach einer spannenden Stadtführung die wunderschöne Aussicht vom Mönchsberg genossen. Am Mittwoch besuchten wir Linz und spazierten bei herrlichem Wetter vom Freinberg ins Stadtzentrum, wo bereits der kleine gelbe Zug mit der Stadtrundfahrt auf uns wartete. Leider musste am Donnerstag der geplante Ausflug nach Gmunden wegen des Wetterumsturzes entfallen, aber das Ersatzprogramm in Linz ließ uns die Enttäuschung darüber vergessen: Nach einem Besuch der Pöstlingberg-Basilika begeisterte uns die Ausstellung „Mädchen sein“ im Lentos-Museum.
Abgerundet wurde unser Projekt durch die gemeinsamen Mahlzeiten, bei denen unsere französischen Gäste typisch österreichische Gerichte kennenlernen konnten: Schinkenfleckerl, Knödel aller Art, Kasnocken und natürlich Wiener Schnitzel standen auf dem Programm. Für Italien-Liebhaber*innen hatten wir auch wieder den beliebten Pizzaabend im Restaurant Olivi gebucht. Am Donnerstag begleitete uns unser Herr Direktor zum Knödelwirt.
Allzu schnell war der Freitag und damit das Ende unserer Erasmus+-Projektwoche gekommen. Etwas traurig verabschiedeten wir uns von unseren Gästen, aber es ist nur ein vorläufiger Abschied: Nächstes Jahr sehen wir uns wieder – in Amiens!
Herzlichen Dank an Mme Sina Zietz und Mme Laure Lemois vom Lycée La Hotoie für die gute Zusammenarbeit, an Frau Mag. Ingrid Macher für die nette Begleitung sowie an unseren Herrn Direktor, MMMag. Florian Koblinger für seine Unterstützung!
Bericht von Mag.a Ursula Pum, M.A.