Berufsorientierung am Brucknergymnasium Wels

Schon seit dem Jahr 1998 wird in den 7. und 8. Schulstufen, das heißt in der 3. und 4. Klasse AHS sowie in der Neuen Mittelschule bzw. Hauptschule, das Unterrichtsfach "Berufsorientierung" integriert in die Pflichtgegenstände unterrichtet.

Welche Themen?

Der Lehrplan sieht zwei Hauptkomponenten der angestrebten Entscheidungsfähigkeit der SchülerInnen vor: Ichstärke (Selbstkompetenz) und Wissen um die bzw. Auseinandersetzung mit der Berufswelt (Sach- und Methodenkompetenz).
Weiters wird der steigenden Bedeutung der Sozialkompetenz Rechnung getragen. Sie soll sowohl Gegenstand der Untersuchung als auch der Einübung sein.

Welche Inhalte?

Folgender Lehrstoff wird SchülerInnen lt. Lehrplan (=Bildungs- und Lehraufgaben) angeboten:
Berufsorientierung soll dazu führen, dass die SchülerInnen

  1. die eigenen Wünsche, Interessen und Neigungen entdecken, erforschen und hinterfragen lernen sowie Begabungen und Fähigkeiten wahrnehmen können, um persönliche Erwartungen reflektieren und einschätzen zu lernen
  2. Arbeit in ihrer vielfältigen Bedeutung und Form als Elementarfaktor für die Menschen und ihren Lebensraum erkennen und ihr einen persönlichen Stellenwert zuordnen können
  3. durch Auseinandersetzung mit der Problematik der geschlechtsspezifischen Konzentration auf bestimmte Ausbildungswege und des nach Geschlechtern geteilten Arbeitsmarkts die daraus resultierenden Konsequenzen für die weitere Lebens- und Berufslaufbahn einschätzen lernen
  4. Eltern bzw. Erziehungsberechtigte als wesentliche Entscheidungsträger einbeziehen
  5. aktuelle Formen sowie die Veränderbarkeit von Arbeit und Berufen erkennen, Entwicklungen einschätzen lernen und eine persönliche Strategie für die eigene Berufs- und Lebensplanung aufbauen können
  6. sich in den verschiedenen Berufsbereichen zurecht finden lernen, Charakteristika erkennen und nach eigenem Interesse vertiefte Einblicke in ausgewählte Berufe gewinnen
  7. Erwartungshaltungen und Beeinflussungen von außen wahrnehmen, ergründen und in ihrer Wirkung einschätzen lernen
  8. die vielfältigen Ausbildungswege in Österreich mit ihren besonderen Anforderungen und Bildungsabschlüssen charakterisieren können, sowie über Eintritts- und Übertrittsprobleme Bescheid wissen, um einen für sie richtigen Ausbildungsweg zu finden und sich darauf vorbereiten zu können
  9. Beratungseinrichtungen, die Hilfe für die Planung der beruflichen Ausbildung anbieten, kennen lernen und das Angebot für sich nutzen können
  10. schwierige berufliche Situationen für bestimmte Gruppen erkennen, Zusammenhänge und mögliche Gründe dafür überlegen und Veränderungsmöglichkeiten aufzeigen und diskutieren können

In beiden Jahrgängen soll eine Mehrzahl von Realbegegnungen, d. h. zum Beispiel Betriebsbesichtigungen, Begegnungen mit Vertretern diverser Berufsgruppen, Eltern, den Unterricht unterstützen und vertiefen.

Was heißt das konkret?

Jede Fachgruppe hat diesen theoretisch formulierten Lehrstoff auf ihr Fach umgelegt und das Ergebnis ersehen Sie aus der Jahresplanung für Berufsorientierung.
Die Planung und Organisation der Realbegegnungen (Lehrausgänge und Exkursionen) erfolgt jeweils aktuell und scheint in dieser Planung naturgemäß nicht bzw. nur teilweise auf, da sie sich jährlich ändert und auch von den Angeboten der Betriebe abhängt.

Berufsorientierungskoordinator Mag. Bernhard Baumgartner